Heute ist der Tag.
Der Tag, an dem CachyOS bei mir in den Ruhestand geht.
Nach ungefähr zwei Monaten treuem Dienst ist Schluss.
Nicht, weil es schlecht war. Nicht, weil es mich enttäuscht hat. Nicht, weil es irgendeinen großen Knall gab, nach dem ich nachts um drei mit glasigem Blick vor einem schwarzen Bildschirm saß und „warum habe ich das getan?“ in die Tastatur geflüstert habe. Und ja, diese Nächte gibt es durchaus öfter.
Nein.
CachyOS hat geliefert.
Ein ehrenvoller Dienst
CachyOS war für mich in den letzten Monaten nicht einfach nur „noch eine Arch-Distro“. Es war mein Daily System. Mein Hyprland-Zuhause. Mein Snapper-Sicherheitsnetz. Mein Rolling-Release-Ritter mit Turbo-Kernel und leicht erhöhter Selbstüberschätzung.
Es hat gebootet, gerollt, gezockt, gebastelt und erstaunlich wenig Theater gemacht.
Wenn etwas kaputt war, dann meistens nicht, weil CachyOS Mist gebaut hat, sondern weil ich irgendwo mit einem digitalen Schweißbrenner stand und dachte:
„Ich teste nur kurz was.“
Und wir wissen alle, was dieser Satz in Linux-Sprache bedeutet.
Er bedeutet:
„Es war schön, euch gekannt zu haben.“
Aber jetzt übernimmt NixOS
Inzwischen ist NixOS bei mir so weit, dass ich es nicht mehr nur als Experiment sehe. Es ist nicht mehr diese komische Distro mit Zauberdateien, Flakes, kryptischen Fehlermeldungen und dem Gefühl, man hätte versehentlich ein Betriebssystem aus einem Mathematikseminar installiert.
Es ist wohnlich geworden.
Hyprland läuft. Noctalia läuft. NVIDIA läuft. Gaming läuft. Limine bootet. Die Aliase sitzen. Die Configs sind versioniert. Und irgendwo im Hintergrund grinst dieses System mit seiner absurden Rollback-Magie und sagt:
„Mach ruhig. Ich weiß, wo dein letzter funktionierender Zustand wohnt.“
Das ist schon ziemlich stark.
CachyOS bekommt keinen Grabstein
Wichtig ist aber: CachyOS wird nicht einfach vergessen wie irgendein Ubuntu-Testballon aus meiner Distrohopping-Vergangenheit.
CachyOS bekommt keinen Grabstein.
CachyOS bekommt einen Orden.
Es geht nicht weg. Es geht in den Veteranenstatus.
Und vielleicht sitzt CachyOS irgendwann wieder auf der externen Platte, Kaffee trinkend, in eine alte Lederjacke gekleidet, und schaut NixOS dabei zu, wie es die Kommandozentrale steuert. Wer weiß.
Und falls NixOS irgendwann doch mal sagt:
error: reality derivation failed
dann lehnt sich CachyOS im Hintergrund nach vorne, knackt mit den Fingerknöcheln und fragt:
„Soll ich wieder übernehmen, Chef?“
Vom Rolling-Rider zum Systemarchitekten
Der Wechsel fühlt sich größer an, als er auf dem Papier aussieht.
Vor zwei Monaten war CachyOS mein neues Zuhause. Schnell, modern, hübsch, Arch-nah, aber komfortabler. Genau diese Mischung aus „ich habe Kontrolle“ und „bitte nicht jeden Morgen brennen“.
Jetzt sitzt NixOS auf der internen Platte und übernimmt den Platz als Hauptsystem.
Das ist irgendwie nicht mehr nur Distrohopping.
Das ist eher ein Levelwechsel.
Von:
„Ich installiere mal eine neue Distro und schaue, ob sie mich anlacht.“
zu:
„Ich baue mir mein System deklarativ, versioniere meine Konfiguration und kann bei Bedarf in ein Paralleluniversum zurückrollen.“
Normal ist das nicht.
Aber normal war hier ja auch nie der Plan.
Danke, CachyOS
Also ja:
CachyOS geht heute in den Ruhestand.
Aber nicht als gescheitertes Experiment. Nicht als verbrannte Distro. Nicht als „war nett, aber weg damit“.
Sondern als System, das zwei Monate lang stabil genug war, dass ich fast vergessen hätte, dass es Arch-basiert ist.
Und das ist, je nach Blickwinkel, entweder ein Kompliment oder schwarze Magie.
Danke, CachyOS.
Du warst schnell. Du warst hübsch. Du warst stabiler als manche meiner Entscheidungen.
Und jetzt:
NixOS übernimmt die Brücke.
CachyOS bleibt ein beschwörbarer Geist als Ventoy-ISO in der Reserve.
Falls der neue Kapitän irgendwann anfängt, die Realität neu zu kompilieren.