Am 11. Mai 2026 ging gedankenbrei.net online.
Heute erscheint hier Artikel Nummer 100.
Einhundert Artikel.
Nicht einhundert angefangene Entwürfe.
Nicht einhundert Ideen, die irgendwo in einer Notiz-App liegen und dort langsam Staub ansetzen.
Sondern einhundert tatsächlich geschriebene und veröffentlichte Artikel.
Und ganz ehrlich?
Ich bin ein kleines bisschen stolz auf mich.
Denn normalerweise bin ich ziemlich gut darin, mich für ein neues Projekt zu begeistern, mehrere Tage oder Wochen vollständig darin zu versinken und dann plötzlich festzustellen, dass mein Gehirn längst das nächste glänzende Kaninchenloch entdeckt hat.
Bei diesem Blog war es anders.
Ich habe einfach weitergemacht.
Aus einer kleinen Idee wurden plötzlich 100 Artikel
Als ich Gedankenbrei gestartet habe, wollte ich zunächst einfach einen Ort haben, an dem ich all die Dinge sammeln kann, die mir durch den Kopf gehen.
Linux-Basteleien.
Anime, Manga und Light Novels.
Technische Ideen.
Alltagsgedanken.
Und natürlich die kleinen Katastrophen, die entstehen, wenn ich eigentlich nur kurz etwas an meinem Computer ändern möchte.
Der ursprüngliche Plan war relativ harmlos:
Ein paar Artikel schreiben, den Blog langsam füllen und schauen, ob mir das Ganze dauerhaft Spaß macht.
Dann wurden aus ein paar Artikeln zehn.
Aus zehn wurden zwanzig.
Und irgendwann hatte mein Gehirn eine seiner besonders vernünftigen Ideen:
Warum veröffentliche ich nicht einfach jeden Tag einen Artikel?
Also tat ich es.
Und jetzt stehen hier, nicht einmal drei Monate nach dem Start, einhundert Beiträge.
Das ist deutlich mehr, als ich mir am Anfang selbst zugetraut hätte.
Es war schön, den Blog wachsen zu sehen
Gerade am Anfang war die tägliche Veröffentlichung ziemlich motivierend.
Die Startseite war zunächst noch leer, die Kategorien bestanden aus ein paar vereinzelten Artikeln und alles fühlte sich eher wie ein frisch aufgebautes Regal an, in dem bisher drei Bücher stehen.
Mit jedem neuen Beitrag wurde der Blog etwas voller.
Aus einer Idee wurde langsam eine echte Webseite.
Inzwischen gibt es drei klar erkennbare Bereiche:
Tech-Basteln für Linux, Software, Experimente und Dinge, die eigentlich nur fünf Minuten dauern sollten.
Gedankenbrei für persönliche Gedanken, Alltag, Technik und alles, was in meinem Kopf gerade gegen die Wände prallt.
Und Otakuland für Anime, Manga, Manhwa und Light Novels.
Das tägliche Schreiben hatte dabei einen großen Vorteil:
Ich hatte keine Zeit, wochenlang darüber nachzudenken, ob ein Thema wichtig genug für einen Artikel ist.
Ich schrieb es einfach.
Manche Texte wurden größer als erwartet.
Andere waren nur kleine Gedanken, die ich festhalten wollte.
Und beides durfte auf diesem Blog nebeneinander existieren.
Ein paar Dinge habe ich dabei tatsächlich gelernt
Vor allem habe ich gemerkt, dass Ideen selten das eigentliche Problem sind. Je mehr ich geschrieben habe, desto mehr Themen sind aufgetaucht.
Ich habe außerdem gelernt, dass ein eigener Stil nicht entsteht, indem man ewig darüber nachdenkt.
Er entsteht, indem man schreibt, veröffentlicht und mit jedem Artikel ein bisschen besser versteht, was zur eigenen Stimme passt.
Auch Recherche ist mir wichtiger geworden. Gerade bei technischen oder gesellschaftlichen Themen reicht es nicht, nur die erste Überschrift zu lesen und daraus einen ganzen Artikel zu bauen.
Und vermutlich das Wichtigste:
Ich habe gelernt, dass ich ein Projekt durchaus länger durchziehen kann.
Aber auch, dass Durchziehen nicht bedeutet, jedes Tempo für immer beibehalten zu müssen.
Aus Spaß wurde langsam eine Verpflichtung
So schön es war, den Blog jeden Tag wachsen zu sehen:
Ein Artikel schreibt sich nicht immer mal eben nebenbei.
Im schlechtesten Fall kostet mich ein Beitrag zweieinhalb Stunden.
Manchmal sogar noch mehr, wenn Recherche, Korrekturen, Formatierung und Titelbild dazukommen.
Und diese Zeit fehlt dann natürlich an anderer Stelle.
Bei anderen Projekten.
Beim Linux-Basteln.
Beim Anime-Schauen.
Oder einfach bei dem vollkommen unterschätzten Hobby, gelegentlich gar nichts Produktives zu tun.
Mit der Zeit saß deshalb immer häufiger diese kleine Stimme in meinem Hinterkopf:
Du brauchst noch einen Artikel für morgen.
Selbst dann, wenn ich eigentlich etwas ganz anderes machen wollte.
Der Blog machte mir weiterhin Spaß.
Aber der tägliche Veröffentlichungsrhythmus begann sich langsam weniger wie ein Hobby und mehr wie ein zusätzlicher Nebenjob anzufühlen.
Ein unbezahlter Nebenjob mit sehr schlechtem Urlaubsanspruch.
Deshalb wird jetzt heruntergeschaltet
Nach Artikel Nummer 100 ist Schluss.
Nicht mit dem Blog.
Nur mit dem täglichen Veröffentlichungsrhythmus.
Künftig soll es drei feste Artikel pro Woche geben:
- Montag: Tech-Basteln
- Mittwoch: Gedankenbrei
- Freitag: Otakuland
Damit bekommt jede Kategorie ihren eigenen festen Tag.
Und ich bekomme wieder etwas mehr Luft zwischen den Beiträgen.
Mehr Zeit für Recherche.
Mehr Zeit zum Überarbeiten.
Mehr Zeit für andere Projekte.
Und vielleicht kann ich dann sogar einmal einen Anime schauen, ohne während des Endings bereits die Überschrift für den nächsten Otakuland-Artikel zu formulieren.
Drei Artikel pro Woche sind immer noch eine ganze Menge.
Aber sie fühlen sich deutlich realistischer an als sieben.
Weniger Artikel bedeutet nicht weniger Gedankenbrei
Der Blog wird auf jeden Fall weitergeführt.
Er wird weiter wachsen.
Nur etwas langsamer.
Und hoffentlich auch etwas besser.
Die ersten einhundert Artikel waren die Aufbauphase.
Sie haben den Blog gefüllt, mir beim Schreiben geholfen und dafür gesorgt, dass aus einer kleinen Idee etwas geworden ist, das inzwischen wirklich nach einer eigenen Webseite aussieht.
Jetzt beginnt die nächste Phase.
Eine Phase, in der nicht mehr jeden Tag ein neuer Beitrag erscheinen muss.
Eine Phase, in der einzelne Artikel etwas mehr Zeit bekommen dürfen.
Und eine Phase, in der der Blog wieder besser zwischen all die anderen Dinge passt, die ebenfalls noch in meinem Kopf herumschwirren.
Auf die nächsten 100
Als ich am 11. Mai angefangen habe, wusste ich nicht, ob ich dieses Projekt länger als ein paar Wochen durchziehen würde.
Jetzt stehen hier einhundert Artikel.
Und ich freue mich tatsächlich schon auf die nächsten einhundert.
Nur werde ich sie dieses Mal nicht wieder in weniger als drei Monaten aus meinem Gehirn pressen.
Zumindest ist das der Plan.
Wir wissen schließlich beide, wie zuverlässig mein Gehirn mit vernünftigen Plänen umgeht.
Aber egal, ob die nächsten einhundert Artikel ein Jahr, zwei Jahre oder noch etwas länger brauchen:
Der Gedankenbrei bleibt.
Er wird künftig nur noch dreimal pro Woche frisch angerührt, anstatt jeden Tag überzukochen.
Danke an alle, die bisher mitgelesen haben.
Und danke an mein eigenes Gehirn, dass es dieses eine Projekt ausnahmsweise nicht nach zwei Wochen gegen ein glänzendes neues Kaninchenloch eingetauscht hat.
Auf die nächsten 100 Artikel. 🧠🐧☕