Manjaro ist für mich kein Bossfight.
Das muss man direkt am Anfang sagen.
Ein Bossfight ist Gentoo, wenn man nachts um halb zwei glaubt, man hätte jetzt wirklich genug seelische Stabilität für USE-Flags.
Ein Bossfight ist NixOS, wenn man denkt:
„Ach komm, ich ändere nur kurz eine Kleinigkeit an meiner Konfiguration.“
Und drei Stunden später sitzt man vor einer Klammer, starrt ins Leere und fragt sich, ob man eigentlich noch Mensch ist oder schon ein Syntaxfehler mit Kaffeebecher.
Manjaro ist anders.
Manjaro ist eher ein kleiner Mob, der durch die Distro-Welt hoppelt.
Nicht völlig harmlos.
Aber auch nicht dieser riesige Endgegner, bei dem dramatische Musik einsetzt und irgendwo im Hintergrund ein Chor „Kernel panic“ singt.
Manjaro war für mich immer eher diese Distribution, die man anschaut und denkt:
„Ach ja, dich gibt es ja auch noch.“
Und dann merkt man:
Moment.
Da steckt eigentlich eine ziemlich interessante Geschichte dahinter.
Denn Manjaro war mal eine verdammt sinnvolle Antwort auf ein echtes Problem.
Arch Linux war spannend.
Arch Linux war aktuell.
Arch Linux war flexibel.
Arch Linux war aber auch ungefähr so einladend wie ein leerer Raum mit einem Stuhl, einer Installationsanleitung und der unausgesprochenen Erwartung, dass man schon weiß, was man tut.
Und genau da kam Manjaro ins Spiel.
Arch, aber bitte mit Haltegriff
Manjaro startete 2011 als Arch-basierte Distribution mit einem ziemlich klaren Versprechen:
Arch Linux, aber zugänglicher.
Nicht dieses:
„Hier ist ein Wiki, viel Glück, möge dein Bootloader gnädig sein.“
Sondern eher:
„Hier ist ein fertiger Installer, ein vorkonfigurierter Desktop, grafische Werkzeuge und ein System, das dich nicht direkt am Eingang mit einem technischen Fragebogen erschlägt.“
Und ganz ehrlich:
Das war damals stark.
Man darf Manjaro im Rückblick nicht so behandeln, als wäre es nur „Arch für Faule“ gewesen.
Das ist zu billig.
Manjaro hat für viele Menschen eine Tür geöffnet.
Eine Tür in die Arch-Welt, ohne dass man sich vorher freiwillig durch die klassische Arch-Installation prügeln musste.
Natürlich kann man sagen:
„Aber die Arch-Installation ist doch gar nicht so schlimm.“
Ja.
Kann man sagen.
Man kann auch sagen, dass ein Ikea-Schrank gar nicht so schlimm ist, wenn man ruhig bleibt, genug Platz hat, alle Schrauben findet und nicht irgendwann merkt, dass das Brett falsch herum liegt.
Trotzdem gibt es Menschen, die einfach froh sind, wenn der Schrank schon steht.
Manjaro war für viele genau das:
Ein Arch-artiges System, das schon stand.
Vielleicht nicht perfekt ausgerichtet.
Vielleicht mit ein paar eigenen Designentscheidungen.
Aber es stand.
Und das war für viele ein echter Mehrwert.
Was Manjaro damals gut gemacht hat
Manjaro hatte ein paar Dinge, die damals wirklich gezogen haben.
Zum Beispiel fertige Desktop-Editionen.
Xfce.
KDE.
GNOME.
Später auch andere Community-Varianten.
Man musste nicht erst von null anfangen, sondern bekam ein nutzbares System mit Oberfläche, Theme, Tools und halbwegs rundem Ersteindruck.
Für Menschen, die einfach mal in die Arch-artige Rolling-Release-Welt reinschauen wollten, war das angenehm.
Dann gab es Pamac.
Und Pamac war für Manjaro ziemlich wichtig.
Pamac ist diese grafische Paketverwaltung, die normale Menschen anschauen können, ohne sofort das Gefühl zu bekommen, sie hätten versehentlich eine Serverwartung angenommen.
Man konnte Pakete suchen.
Installieren.
Aktualisieren.
Teilweise auch AUR-Unterstützung aktivieren.
Alles mit hübscher Oberfläche.
Für Arch-Puristen klingt das vielleicht nach unnötiger Weichspülung.
Aber für normale Desktop-Nutzer ist so etwas Gold wert.
Nicht jeder möchte jedes Paket mit ernster Miene im Terminal beschwören.
Manchmal möchte man einfach ein Programm installieren, ohne sich vorher wie ein Priester des Paketmanagers zu fühlen.
Pamac war dafür da.
Und dann war da noch MHWD, also Manjaro Hardware Detection.
Gerade bei Treibern, besonders bei NVIDIA, war das ein echter Komfortpunkt.
Manjaro wollte Hardware erkennen, passende Treiber anbieten und dem Nutzer Arbeit abnehmen.
Auch die Kernel-Verwaltung war ein Punkt.
Mehrere Kernel installieren.
Zwischen Versionen wechseln.
LTS-Kernel nutzen.
Für Leute, die Rolling Release wollten, aber trotzdem ein bisschen Sicherheitsgefühl brauchten, war das nicht unwichtig.
Kurz gesagt:
Manjaro hatte damals ein klares Profil.
Arch-Unterbau.
Rolling Release.
Aber mit Haltegriff, Geländer und einem kleinen Schild:
„Keine Panik, wir haben da schon etwas vorbereitet.“
Das alte Manjaro-Versprechen
Das alte Versprechen von Manjaro war im Grunde:
„Wir machen Arch freundlicher.“
Und das war kein schlechtes Versprechen.
Im Gegenteil.
Es war ein sehr nachvollziehbares Versprechen.
Denn Arch hatte immer diesen Reiz.
Aktuelle Software.
Große Paketvielfalt.
Das AUR.
Gute Dokumentation.
Ein System, das einem nicht dauernd sagt, wie man es benutzen soll.
Aber Arch hatte eben auch diese Einstiegshürde.
Manjaro nahm sich genau diese Stelle vor.
Es wollte nicht Debian sein.
Nicht Ubuntu.
Nicht Fedora.
Sondern Arch-artig, aber bequemer.
Ein bisschen wie:
„Du willst das schnelle Motorrad, aber bitte mit Stützrädern für die ersten Kilometer.“
Und ja, natürlich lachen jetzt irgendwo Arch-Leute.
Sollen sie.
Die lachen sowieso.
Manjaro war trotzdem für viele Menschen der erste Kontakt mit einer Arch-basierten Welt.
Und das zählt.
Was heute noch daran zieht
Manjaro ist auch heute nicht automatisch sinnlos.
Das wäre unfair.
Es gibt immer noch Menschen, für die das Konzept funktioniert.
Wer eine Rolling-Release-Distribution möchte, aber nicht direkt Arch installieren will, kann Manjaro weiterhin attraktiv finden.
Wer eine grafische Paketverwaltung mag, findet mit Pamac immer noch ein bequemes Werkzeug.
Wer gern zwischen Kerneln wechseln möchte, bekommt dafür komfortable Möglichkeiten.
Wer ein fertiges Desktop-System mit Arch-Unterbau will, ohne erstmal einen halben Nachmittag im Wiki zu versinken, kann Manjaro verstehen.
Das darf man ruhig sagen.
Nicht jedes System muss für mich persönlich sinnvoll sein, damit es allgemein eine Zielgruppe hat.
Das ist ein Denkfehler, den Linux-Nutzer gern machen.
Nur weil ich gerade mit Kubuntu glücklich in meiner kleinen Canonical-Sekte sitze, heißt das nicht, dass alles andere automatisch Unsinn ist.
Leider.
Sonst wäre die Welt sehr einfach.
Aber sie wäre auch langweiliger.
Manjaro hat also noch einen Platz.
Die Frage ist nur:
Ist dieser Platz noch so stark wie früher?
Und da wird es interessant.
Wo das alte Prinzip wackelt
Manjaros Grundidee war nicht nur:
„Wir nehmen Arch und machen einen Installer drumherum.“
Manjaro hat auch eigene Paketzweige.
Pakete landen nicht einfach exakt so schnell beim Stable-Nutzer wie bei Arch.
Manjaro hält Pakete im Stable-Zweig zurück.
Die Idee dahinter ist klar:
Erst testen.
Dann ausliefern.
Weniger Bruch.
Mehr Stabilität.
Das klingt erstmal vernünftig.
Das Problem ist nur:
Die Arch-Welt wartet nicht höflich im Flur, bis Manjaro fertig sortiert hat.
Vor allem das AUR tut das nicht.
Das AUR ist nicht für Manjaro gebaut.
Das AUR orientiert sich an Arch.
Wenn Manjaro also Pakete zurückhält, aber Nutzer gleichzeitig AUR-Pakete bauen oder installieren wollen, kann es knirschen.
Nicht immer.
Nicht bei jedem.
Nicht automatisch.
Aber das Risiko ist da.
Und genau dieser Punkt ist einer der Klassiker bei Manjaro-Diskussionen.
Manjaro will stabiler sein als Arch, indem es Pakete verzögert.
Gleichzeitig lockt die Arch-Welt mit AUR, Aktualität und Paketvielfalt.
Das ist ein bisschen wie:
„Wir fahren vorsichtig.“
Während hinten jemand im Kofferraum sitzt und ruft:
„Aber bitte mit Turbo.“
Das kann funktionieren.
Aber es ist kein völlig spannungsfreies Konzept.
Gerade heute, wo viele Nutzer gar nicht mehr nur die offiziellen Repos nutzen, sondern AUR, Flatpak, AppImages, externe Repos und sonstige Paket-Kobolde mischen, wird dieses Zwischenmodell schwieriger.
Manjaro ist nicht mehr automatisch die elegante Brücke.
Manchmal wirkt es eher wie eine Holzplanke zwischen zwei Plattformen, die beide in leicht unterschiedliche Richtungen schwingen.
Arch ist nicht mehr ganz so unzugänglich wie früher
Ein weiterer Punkt:
Die Welt hat sich verändert.
Früher war Manjaros Komfortargument stärker.
Arch installieren?
Für viele abschreckend.
Arch nutzen?
Spannend, aber Einstieg hart.
Heute gibt es mehr Wege.
Arch selbst hat mit archinstall eine deutlich niedrigere Einstiegshürde bekommen.
EndeavourOS bietet einen Arch-nahen Weg mit komfortabler Installation und weniger eigenem Zwischenbau.
CachyOS bringt Arch-Nähe mit Performance-Fokus, eigenen Kernel-Optionen und einem modernen Auftreten.
Und daneben gibt es Systeme wie Fedora, Bazzite, openSUSE, Ubuntu oder Kubuntu, die andere Komfortversprechen abgeben.
Manjaro steht also nicht mehr allein mit dem Schild:
„Arch, aber einfacher.“
Dieses Schild tragen inzwischen mehrere.
Manche sogar mit besserer Schriftart.
Das heißt nicht, dass Manjaro wertlos geworden ist.
Aber das alte Alleinstellungsmerkmal ist schwächer.
Früher war Manjaro für viele die naheliegende Antwort auf:
„Ich will Arch, aber nicht Arch installieren.“
Heute gibt es darauf mehrere Antworten.
Und manche davon wirken näher an Arch, sauberer positioniert oder einfach moderner.
Die Sache mit dem Ruf
Manjaro hat außerdem über die Jahre einen gewissen Ruf aufgebaut.
Und ich meine das nicht nur positiv.
Manjaro war beliebt.
Manjaro war bequem.
Manjaro war für viele der Einstieg in Rolling Release.
Aber Manjaro war auch immer wieder Zielscheibe.
Wegen Paketpolitik.
Wegen AUR-Reibung.
Wegen Kommunikation.
Wegen alter Vorfälle.
Wegen Zertifikatsgeschichten.
Wegen „Warum macht ihr das denn jetzt so?“-Momenten.
Man muss da nicht alles wieder ausgraben.
Das Internet vergisst sowieso nichts, es stellt nur irgendwann die Suchergebnisse anders dar.
Aber der Punkt ist:
Manjaro trägt Ballast.
Nicht so viel, dass die Distribution daran automatisch untergeht.
Aber genug, dass viele Linux-Leute bei Manjaro sofort eine Augenbraue heben.
So eine kleine skeptische Augenbraue.
Die sagt:
„Hm.“
Und dieses „Hm“ ist in der Linux-Welt gefährlich.
Denn aus einem „Hm“ wird schnell ein Forenthread mit 400 Beiträgen.
Und dann kam 2026
Dieses Jahr wurde es dann besonders interessant.
Im März 2026 erschien im Manjaro-Forum das sogenannte „Manjaro 2.0 Manifesto“.
Und nein, das war kein neues Theme.
Kein Desktop-Rework.
Kein „Wir liefern jetzt alles als Flatpak“-Moment.
Es ging um die Struktur des Projekts.
Um Organisation.
Um Management.
Um technische und organisatorische Verantwortung.
Um die Rolle der Manjaro GmbH & Co. KG.
Um Infrastruktur.
Um Community.
Um Vertrauen.
Also um genau die Dinge, die unter der Oberfläche laufen und die man als normaler Nutzer oft erst bemerkt, wenn sie anfangen zu knirschen.
Ein Teil des Teams wollte Manjaro neu aufstellen.
Stärker als Community-Projekt.
Weniger abhängig von der Firmenstruktur.
Mit klareren Rollen.
Mit transparenteren Entscheidungswegen.
Mit der Idee eines Manjaro Project e.V.
Also einem Verein.
Und plötzlich roch Rolling Release nach Satzungsentwurf.
Das ist nicht glamourös.
Aber es ist wichtig.
Denn sobald ein Open-Source-Projekt größer wird, reicht „wir machen das schon irgendwie“ irgendwann nicht mehr.
Server.
Domains.
Markenrechte.
Community-Gelder.
Entscheidungen.
Verantwortung.
Das alles muss irgendwo sauber liegen.
Sonst liegt es irgendwann in einer dunklen Ecke, jemand tritt drauf, und plötzlich gibt es ein Manifest.
Das war kein kleines Icon-Drama
Ich finde wichtig:
Das war kein typisches Linux-Drama nach dem Motto:
„Der Button ist jetzt links statt rechts, die Zivilisation ist verloren.“
Das war auch kein normales Paketproblem.
Das war ein struktureller Vertrauenskonflikt.
Wer entscheidet?
Wer besitzt was?
Wer trägt Verantwortung?
Wer darf für das Projekt sprechen?
Wie viel Kontrolle hat die Community?
Wie viel liegt bei der Firma?
Und was passiert, wenn diese Dinge nicht mehr sauber zusammenpassen?
Das sind unangenehme Fragen.
Aber sie sind berechtigt.
Open Source klingt immer so schön frei.
Und das ist es auch oft.
Aber Freiheit ohne Struktur wird irgendwann ein Kellerraum voller Kabel, in dem niemand mehr weiß, welches Netzteil wichtig ist.
Manjaro scheint genau an diesen Punkt gekommen zu sein.
Nicht technisch zuerst.
Sondern organisatorisch.
Ist das jetzt geklärt?
So wie es momentan aussieht:
Teilweise.
Aber nicht vollständig.
Es gab Bewegung.
Es gab Schritte Richtung Vereinsstruktur.
Es gab Arbeit an Satzung, Organisation und Gründung.
Das ist gut.
Das zeigt, dass der Aufruhr nicht einfach verpufft ist.
Aber vollständig geklärt ist so etwas erst, wenn am Ende wirklich klar ist:
Welche Infrastruktur liegt wo?
Welche Rechte liegen wo?
Wer entscheidet künftig worüber?
Wie unabhängig ist der Verein wirklich?
Wie arbeitet die Firma weiter damit zusammen?
Und wie stabil ist das Ganze im Alltag?
Ein Verein auf dem Papier ist ein Anfang.
Aber Papier allein baut keine Distribution.
Leider.
Sonst hätte ich Hybruntalia schon längst mit einem Kugelschreiber und zwei schlechten Entscheidungen veröffentlicht.
Die Zukunft von Manjaro
Wie sieht also die Zukunft von Manjaro aus?
Ich glaube nicht, dass Manjaro einfach verschwindet.
Dafür ist die Distribution zu bekannt.
Zu etabliert.
Zu lange dabei.
Und vermutlich für genug Menschen immer noch bequem genug.
Manjaro wird nicht morgen vom Distro-Baum fallen und nie wieder aufstehen.
Aber Manjaro muss sich neu erklären.
Das alte Versprechen „Arch, aber einfacher“ reicht heute nicht mehr so stark wie früher.
Nicht, weil es falsch ist.
Sondern weil es nicht mehr einzigartig ist.
Arch selbst ist zugänglicher geworden.
EndeavourOS sitzt näher an Arch.
CachyOS wirkt moderner und technischer zugespitzt.
Andere Distributionen bieten heute ein sehr gutes Desktop-Erlebnis ohne Arch-Basis.
Und Manjaro selbst trägt seinen alten Ruf und seine aktuelle Governance-Baustelle mit sich herum.
Das ist keine Todesdiagnose.
Aber es ist ein Warnschild.
Manjaro muss entscheiden, was es künftig sein will.
Eine wirklich gut kuratierte, benutzerfreundliche Arch-basierte Distribution?
Dann muss das Zurückhalten von Paketen, die AUR-Kommunikation und die Update-Strategie noch klarer und vertrauenswürdiger werden.
Ein Community-Projekt mit sauberer Struktur?
Dann muss der e.V.-Weg konsequent, transparent und glaubwürdig umgesetzt werden.
Ein Produkt mit Firma im Hintergrund?
Dann muss klar sein, wo Community endet und Firma anfängt.
Alles gleichzeitig geht nur, wenn die Struktur dahinter stabil ist.
Sonst wird aus „freundliches Arch“ schnell „Arch mit Verwaltungsknoten“.
Und das klingt nicht nach Spaß.
Nicht mal für mich.
Und ich mache freiwillig Linux-Blödsinn.
Mein Blick darauf
Ich schaue auf Manjaro mit einer Mischung aus Respekt, Skepsis und leichter Distro-Nostalgie.
Respekt, weil Manjaro für viele Menschen wirklich ein Einstieg war.
Man kann das belächeln, aber es stimmt.
Viele haben durch Manjaro gelernt, dass Linux nicht nur Ubuntu, Mint oder Debian sein muss.
Viele haben dort Rolling Release kennengelernt.
Viele haben zum ersten Mal AUR, Kernelwechsel, pacman-artige Paketverwaltung und Arch-Nähe erlebt, ohne direkt im Terminalmoor zu versinken.
Das ist ein echter Beitrag.
Skepsis, weil das Konzept heute wackeliger wirkt.
Nicht kaputt.
Aber weniger eindeutig.
Pakete zurückhalten kann sinnvoll sein.
Aber in Kombination mit AUR und Arch-Erwartung bleibt es eine Reibungsfläche.
Eine eigene Projektstruktur kann sinnvoll sein.
Aber nur, wenn sie transparent und belastbar ist.
Ein bequemes Arch-System kann sinnvoll sein.
Aber nur, wenn klar ist, warum man heute Manjaro nehmen sollte und nicht EndeavourOS, CachyOS oder direkt Arch.
Und Nostalgie, weil Manjaro irgendwie zu dieser Linux-Landschaft gehört.
Wie ein etwas chaotischer Nebencharakter, der immer wieder auftaucht.
Nicht Hauptfigur.
Nicht Endboss.
Aber bekannt genug, dass man wissen will, was aus ihm wird.
Fazit: Die freundliche Brücke muss saniert werden
Manjaro war mal die freundliche Brücke in die Arch-Welt.
Und diese Brücke war wichtig.
Sie hat vielen Menschen geholfen, eine Welt zu betreten, die sonst deutlich kantiger gewesen wäre.
Aber heute ist diese Brücke nicht mehr neu.
Andere Wege sind dazugekommen.
Einige sind direkter.
Einige wirken stabiler.
Einige sind moderner beschildert.
Und bei Manjaro selbst knarzt das Holz an ein paar Stellen.
Das heißt nicht:
„Brücke einstürzen lassen.“
Aber es heißt:
„Vielleicht sollte mal jemand ernsthaft prüfen, welche Bretter noch tragen.“
Das Manjaro-Drama 2026 ist deshalb nicht nur irgendein Forumskrach.
Es ist ein Zeichen dafür, dass Manjaro an einem Punkt angekommen ist, an dem technische Bequemlichkeit allein nicht mehr reicht.
Das Projekt braucht Vertrauen.
Struktur.
Klarheit.
Und eine Antwort auf die Frage, warum Manjaro heute noch genau Manjaro sein sollte.
Vielleicht schafft es das.
Vielleicht wird aus dem kleinen Distro-Mob wieder ein sauber sortierter Begleiter für Menschen, die Arch mögen, aber nicht jeden Morgen mit einem Wiki frühstücken wollen.
Vielleicht bleibt Manjaro aber auch dieser leicht nervöse kleine Mob, der durch die Distro-Welt hoppelt, ein bisschen Komfort verteilt und gelegentlich ein Governance-Dokument verliert.
Ich werde es mir anschauen.
Von außen.
Mit Kaffee.
Und ohne es zu installieren.
Mein eigener Linux-Blödsinn reicht momentan völlig.