Letztens gab es mit The Exiled Heavy Knight Knows How to Game the System einen Isekai-Anime, bei dem die Kamerafahrten offenbar drei Dosen Energy, einen doppelten Espresso und anschließend noch etwas direkt aus dem Giftschrank von Studio GoHands bekommen hatten.
Diesmal wird es etwas ruhiger.
Zumindest bewegt sich die Kamera nicht, denn ich habe einen Manhwa gelesen.
Innerlich sieht das allerdings anders aus.
Denn bei Penelope – Das Böse ist dem Tod geweiht sitzt man irgendwann da, blättert durch die wunderschön gezeichneten Seiten und kann sich nicht mehr entscheiden, ob einem die Hauptfigur sympathisch ist, sie einem einfach nur furchtbar leidtun sollte oder ob man sie wegen ihrer nächsten fragwürdigen Entscheidung einmal liebevoll an den Schultern packen und gepflegt gegen die Wand stellen möchte.
Nicht werfen.
Nur kurz abstellen.
Zum Nachdenken.
Und genau das macht Penelope für mich zu einer der interessantesten Isekai-Protagonistinnen, die mir in letzter Zeit begegnet sind.
Willkommen im Dating-Game – hier ist dein Fallbeil
Die namenlose Protagonistin lebt als Studentin in unserer Welt und hat bereits eine ziemlich beschissene Familiengeschichte hinter sich. Nach Jahren der Ablehnung und Demütigung konnte sie sich endlich ein eigenes Leben aufbauen.
Dann beginnt sie das Dating-Simulationsspiel Die Tochter des Dukes.
Im normalen Modus übernimmt man die Rolle der liebenswerten Ivonne, der verschollenen Tochter einer angesehenen Adelsfamilie. Sie kehrt nach Hause zurück, wird von praktisch allen Menschen geliebt und darf sich aus einer Auswahl attraktiver Männer ihren persönlichen Traumprinzen herauspicken.
Also der klassische Schwierigkeitsgrad für Menschen, die in einem Rollenspiel auch den Regler auf „Geschichte“ stellen und anschließend behaupten, sie hätten den Endboss besiegt.
Interessanter ist der Profi- beziehungsweise Hard-Mode.
Dort spielt man Penelope Eckart, die verhasste Adoptivtochter der Familie. Ihre Sympathiewerte befinden sich ungefähr dort, wo bei normalen Menschen der Kellerboden endet. Fast jede falsche Antwort kann einen tödlichen Ausgang auslösen und selbst scheinbar harmlose Begegnungen besitzen die gemütliche Atmosphäre einer geöffneten Bärenfalle.
Unsere Studentin versucht trotzdem, für Penelope ein gutes Ende zu erreichen, schläft irgendwann vor dem Spiel ein und wacht anschließend in deren Körper wieder auf.
Natürlich im Hard-Mode.
Natürlich ohne Speicherstand.
Und natürlich in einer Situation, in der die falsche Antwort unmittelbar zum Tod führen kann.
Das Spiel begrüßt sie also nicht mit:
Willkommen in einer zauberhaften neuen Welt!
Sondern eher mit:
Herzlichen Glückwunsch. Du bist unbeliebt, traumatisiert und praktisch jeder attraktive Mann in deiner Umgebung könnte dich ermorden. Viel Spaß!
Die offizielle deutsche Beschreibung bringt das Grundproblem ähnlich direkt auf den Punkt: Im Profi-Modus führen fast alle Wege zu Penelopes grausamem Tod.
Penelope ist keine Heilige – Gott sei Dank
Viele Isekai-Geschichten besitzen eine Hauptfigur, die nach ihrer Wiedergeburt plötzlich zur moralischen Universalwaffe wird.
Sie heilt Kranke, rettet Kinder, erfindet nebenbei die moderne Landwirtschaft und überzeugt selbst den grausamsten Tyrannen mit der revolutionären Erkenntnis, dass man Menschen eventuell nicht jeden Dienstag öffentlich hinrichten sollte.
Penelope ist anders.
Sie ist weder besonders freundlich noch selbstlos. Sie versucht nicht, die gesamte Welt zu verbessern. Sie möchte zunächst nicht einmal unbedingt geliebt werden.
Sie möchte überleben.
Das klingt wie ein kleiner Unterschied, verändert aber die ganze Geschichte.
Penelope betrachtet ihre Umgebung anfangs tatsächlich wie ein Spiel. Über den Köpfen bestimmter Figuren sieht sie Zuneigungswerte. In wichtigen Situationen erscheinen vor ihr vorgegebene Antworten. Manche Entscheidungen kosten sogar Spielwährung.
Die Menschen um sie herum sind für sie deshalb zunächst keine neuen Freunde, sondern mögliche Routen.
Der eine besitzt einen zu niedrigen Wert.
Der andere ist zu gefährlich.
Der nächste könnte praktisch sein.
Und irgendwo dazwischen steht Kronprinz Callisto mit einem Schwert herum und erfüllt zuverlässig die Aufgabe, selbst aus einem romantischen Zusammentreffen eine akute medizinische Notlage zu machen.
Penelope kalkuliert, manipuliert und lügt. Sie nutzt das Wissen aus dem Spiel und gelegentlich auch die Schwächen anderer Menschen, um ihre eigene Überlebenschance zu erhöhen.
Das ist nicht immer nett.
Manchmal ist es nicht einmal moralisch vertretbar.
Aber es ist nachvollziehbar.
Und nachvollziehbar ist mir bei einer Figur deutlich lieber als makellos.
Zweimal in dieselbe Hölle gefallen
Was mich an der Geschichte besonders gepackt hat, ist die Verbindung zwischen Penelopes neuem Leben und der Vergangenheit der Protagonistin.
Sie landet nicht einfach zufällig im Körper irgendeiner unbeliebten Bösewichtin. Sie erkennt sich in Penelope wieder.
Beide leben in einer wohlhabenden Familie, ohne wirklich Teil dieser Familie zu sein. Beide werden als Störung wahrgenommen. Beide müssen permanent darauf achten, was sie sagen, wie sie sich verhalten und ob ihre bloße Anwesenheit bereits jemanden verärgert.
Die Kulisse hat sich geändert.
Aus einer modernen reichen Familie wurde ein herzogliches Anwesen. Aus emotionaler Kälte wurden höfische Regeln, Dienstpersonal und sehr hübsche Männer mit einem erschreckend lockeren Verhältnis zu Schwertern.
Das Grundgefühl ist aber dasselbe:
Du gehörst nicht hierher.
Gerade deshalb reagiert Penelope nicht wie jemand, der plötzlich in einem wunderschönen Märchenschloss aufwacht. Für sie ist dieses neue Leben kein romantischer Urlaub.
Es ist die Neuauflage eines Traumas, das sie eigentlich bereits hinter sich gelassen hatte.
Nur diesmal zeigt ihr das System sogar in Prozentzahlen an, wie sehr die Menschen sie hassen.
Das ist mehr als nur „aua“.
Das ist emotionales New Game Plus ohne übernommene Ausrüstung.
Zuneigungswerte, die mehr Angst als Liebe machen
Die Idee mit dem Handyspiel war einer der Hauptgründe, warum mich die Reihe sofort hatte.
Statusfenster und Spielsysteme gibt es inzwischen in ungefähr zwölf Millionen Isekai. Häufig sind sie aber kaum mehr als eine bequeme Methode, dem Publikum zu erklären, wie stark der Held gerade ist.
Bei Penelope bestimmt das Spielsystem dagegen ihr gesamtes Verhalten.
Eine eingeblendete Auswahl bedeutet nicht automatisch, dass darunter eine gute Antwort steht. Manchmal gibt es nur verschiedene Arten, in Schwierigkeiten zu geraten. Penelope kann nicht immer frei sagen, was sie denkt, und selbst steigende Zuneigungswerte geben ihr keine wirkliche Sicherheit.
Denn ein hoher Wert beantwortet nicht die entscheidende Frage:
Warum empfindet diese Person so?
Aus Vertrauen?
Aus Liebe?
Aus Schuld?
Oder aus einer Besessenheit, die später mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Kellerraum und sehr vielen Schlössern endet?
Ein Mensch ist schließlich kein Fortschrittsbalken. Gefühle lassen sich nicht sauber auf einer Skala ablesen, selbst wenn das Spiel genau das behauptet.
Penelope braucht lange, um zu verstehen, dass sie nicht nur Spielfiguren vor sich hat. Gleichzeitig behandeln viele dieser Menschen wiederum sie nicht wie einen vollwertigen Menschen.
Dadurch entsteht eine ziemlich unangenehme Spirale: Jeder benutzt jeden, alle misstrauen sich gegenseitig und irgendwo ploppt dabei ein rosa Herz mit einer Prozentzahl auf.
Romantik kann so schön sein.
Fünf mögliche Routen und keine davon besitzt TÜV
Natürlich gehört zu einem Reverse-Harem-Dating-Game eine passende Auswahl männlicher Figuren.
Wir haben Penelopes Adoptivbrüder Derrick und Reynold, die beide auf sehr unterschiedliche Weise demonstrieren, wie man familiäre Kommunikation vollständig gegen eine Wand fährt.
Dann wäre da Winter Verdandi, ein geheimnisvoller Magier, der im Vergleich zunächst fast vernünftig erscheint.
Das Wort zunächst trägt an dieser Stelle allerdings ungefähr das Gewicht eines Kleinwagens.
Eckles wiederum sieht für Penelope anfangs wie die kontrollierbarste Route aus. Das Problem ist nur, dass ein Mensch nicht automatisch zu einem sicheren Partner wird, weil man seine Lebensumstände vollständig kontrolliert.
Und schließlich gibt es Callisto.
Callisto ist eine laufende rote Flagge.
Keine kleine Warnfahne am Strand, sondern ein vollständiges Reichsbanner, das weithin sichtbar über dem Palast flattert, während im Hintergrund jemand dramatische Musik spielt.
Gleichzeitig gehört er zu den wenigen Figuren, die Penelopes Härte nicht einfach als Boshaftigkeit abtun. Er ist selbst gefährlich, politisch umzingelt und daran gewöhnt, überall mögliche Feinde zu sehen.
Ob daraus eine gesunde Grundlage für zwischenmenschliche Beziehungen entsteht, darf jeder selbst entscheiden.
Ein gemeinsamer Überlebensinstinkt ist zumindest mehr Gemeinsamkeit als manche Dating-App zustande bekommt.
Schön wie ein Märchen – freundlich wie ein Fallbeil
Die Geschichte stammt ursprünglich von Gwon Gyeoeul, aber der enorme Erfolg des Manhwas dürfte kaum von den Zeichnungen SUOLs zu trennen sein.
Die Farbgebung, die Kleider, die Paläste und die Gesichtsausdrücke sehen teilweise aus, als wäre ein prachtvolles Märchenbuch mit einem psychologischen Thriller zusammengestoßen.
Penelope wirkt dabei gleichzeitig elegant, erschöpft, verletzlich und gefährlich.
Und ja, sie hat rote beziehungsweise rosafarbene Haare.
Das hatte selbstverständlich keinerlei Einfluss auf mein Interesse an der Figur.
Vollkommen ausgeschlossen.
Reiner Zufall.
Ich bin ein objektiver Beobachter, der zufällig bereits bei mehreren weiblichen Anime- und Mangafiguren mit roten Haaren eine ausgesprochen gründliche Charakteranalyse für notwendig hielt.
SUOL nutzt Farben und Bildkompositionen aber tatsächlich sehr wirkungsvoll. Romantische Szenen können innerhalb weniger Panels bedrohlich werden. Ein höfliches Lächeln wirkt plötzlich falsch und ein schön dekorierter Raum kann sich enger anfühlen als eine Gefängniszelle.
Selbst die eingeblendeten Auswahlmöglichkeiten und Zuneigungsanzeigen sind optisch so in die Welt eingebaut, dass sie nicht wie aufgeklebte Videospielelemente wirken.
Die gedruckte deutsche Ausgabe erscheint bei altraverse im Großformat, vollständig in Farbe. Band 1 kam im Juni 2023 auf Deutsch heraus; Band 9 folgte am 15. Juni 2026.
„Ist das nicht eher etwas für Frauen?“
Vermutlich liegt die Reihe in dem geistigen Regal, das manche Menschen mit Romance, hübsche Männer, schöne Kleider – eher etwas für Frauen beschriften.
Kann man machen.
Man kann sich auch freiwillig den eigenen Mediengeschmack halbieren.
Ich habe jedenfalls neun Bände gelesen und hatte ziemlich viel Spaß damit.
Dafür benötigte ich weder eine Sondergenehmigung noch musste ich beim Kauf mein Geschlecht nachweisen. Bei Thalia sprang auch niemand hinter dem Romance-Regal hervor und nahm mir den Band wieder weg.
Natürlich besitzt die Geschichte viele Elemente, die traditionell eher an ein weibliches Publikum vermarktet werden: höfische Romantik, verschiedene männliche Love Interests, aufwendige Kleider und emotionale Beziehungsgeflechte.
Aber darunter steckt ein ziemlich finsteres Überlebensdrama über familiären Missbrauch, soziale Isolation, Kontrolle und die Frage, was jahrelange Ablehnung mit einem Menschen macht.
Dafür braucht man keine bestimmte Zielgruppenzugehörigkeit.
Man braucht nur Freude an komplizierten Figuren.
Und eventuell eine gewisse Toleranz gegenüber Männern, die Konflikte bevorzugt mit Schwertern, emotionaler Erpressung oder beidem lösen.
Penelope tut mir leid – und manchmal möchte ich sie schütteln
Die Reihe macht es einem bewusst schwer, Penelope eindeutig einzuordnen.
Sie ist ein Opfer.
Ihre Vergangenheit erklärt ihre Angst, ihr Misstrauen und ihren beinahe zwanghaften Wunsch, jede Situation kontrollieren zu können.
Aber eine Erklärung ist keine automatische Entschuldigung.
Besonders deutlich wird das bei Eckles. Penelope holt ihn aus der Sklaverei, aber nicht aus reiner Menschlichkeit. Sie sieht in ihm eine vermeintlich einfache Route und nutzt bewusst seine Abhängigkeit von ihr.
Das ist problematisch.
Nicht nur ein bisschen unglücklich formuliert oder mit moderner Moral zu streng betrachtet, sondern tatsächlich problematisch.
Penelope weiß, dass Eckles kaum echte Alternativen besitzt. Trotzdem behandelt sie seine Gefühle lange wie eine Ressource, die sie für ihre Flucht benötigt.
Die Geschichte zeigt durchaus, dass diese Strategie Folgen hat. Trotzdem bleibt der Eindruck, dass sein Leid stellenweise stärker danach bewertet wird, welche Schwierigkeiten es für Penelope verursacht, als danach, was es für ihn selbst bedeutet.
Hier darf man Penelope kritisieren.
Ihre eigene schlimme Vergangenheit macht ihre Entscheidungen verständlicher, aber nicht automatisch richtig.
Genau das ist allerdings auch ein Grund, weshalb ich sie interessant finde. Sie ist nicht die große Heilige, die durch ihre grenzenlose Güte jeden Menschen heilt. Sie ist eine traumatisierte junge Frau, die gelernt hat, Beziehungen als Machtkampf zu betrachten.
Dabei kann sie mutig, intelligent und beeindruckend sein.
Und im nächsten Moment trifft sie eine Entscheidung, bei der man den Band kurz schließen und tief durchatmen muss.
Das ist anstrengend.
Aber auf die gute Art.
Meistens.
Woher kommt die Geschichte eigentlich?
Penelope – Das Böse ist dem Tod geweiht ist ein Werk aus Südkorea. Der koreanische Originaltitel lautet 악역의 엔딩은 죽음뿐, was sinngemäß etwa „Für die Böse gibt es nur den Tod als Ende“ bedeutet.
Die Geschichte begann 2019 als koreanischer Webroman von Gwon Gyeoeul auf KakaoPage. Die abgeschlossene Romanfassung wurde später in fünf koreanischen Bänden veröffentlicht.
Am 1. Mai 2020 startete die farbige Webtoon-Adaption auf KakaoPage. Für die Umsetzung und die Zeichnungen ist SUOL verantwortlich.
International ist die Reihe unter dem offiziellen englischen Titel Villains Are Destined to Die bekannt. Eine offizielle englische Digitalfassung des Webtoons erscheint bei Tapas, während Ize Press beziehungsweise Yen Press sowohl den Manhwa als auch die Romanvorlage auf Englisch veröffentlicht.
Die koreanische Hauptgeschichte des Webtoons wurde am 10. Juli 2026 mit Kapitel 214 abgeschlossen. SUOL bezeichnete dieses Kapitel ausdrücklich als Finale der Hauptgeschichte. Zusätzliche Nebengeschichten sind damit nicht ausgeschlossen.
Wie Gwon Gyeoeul ganz konkret auf die ursprüngliche Idee kam, konnte ich übrigens nicht zuverlässig belegen. Es existieren Interviews über den Arbeitsprozess und die Webtoon-Adaption, aber keine öffentlich auffindbare Aussage nach dem Muster:
Eines Morgens fiel mir beim Zähneputzen ein tödliches Dating-Game ein.
Bevor ich mir hier eine hübsche Entstehungslegende ausdenke, bleibt es deshalb bei der ehrlichen Antwort: Die genaue Inspiration der Autorin ist öffentlich nicht ausreichend dokumentiert.
SUOL hat dagegen unter anderem über die Produktion einzelner Episoden, kreative Blockaden und ihre Arbeit an der Adaption gesprochen.
Es gibt inzwischen auch den Roman auf Deutsch
Der Manhwa ist nicht das ursprüngliche Werk, sondern die Adaption des koreanischen Webromans.
Seit März 2026 veröffentlicht altraverse auch diese Romanvorlage auf Deutsch. Die deutschen Romane erscheinen als Hardcover und enthalten mehr innere Gedanken sowie zusätzliche psychologische Details, die im visuellen und stärker verdichteten Webtoon zwangsläufig gekürzt werden müssen. Band 1 erschien am 30. März 2026; Band 3 ist für den 10. August 2026 angekündigt.
Wer vor allem SUOLs Zeichnungen liebt, sollte beim Manhwa bleiben.
Wer noch tiefer in Penelopes Kopf steigen möchte – eine Gegend, in der man sicherheitshalber eine Taschenlampe und psychologische Schutzausrüstung mitnehmen sollte –, kann zusätzlich zum Roman greifen.
International gibt es die Romanvorlage außerdem auf Englisch als gedrucktes Buch, E-Book und Audioausgabe.
Und wo bleibt der Anime?
Ganz ehrlich:
Diese Reihe schreit nach einer Anime-Adaption.
Die eingeblendeten Antwortmöglichkeiten, die Zuneigungswerte, die wechselnde Atmosphäre und SUOLs starke Farbgestaltung könnten animiert großartig funktionieren.
Allein Callistos Auftritte würden vermutlich genügend dramatische Beleuchtung für eine komplette Staffel liefern.
Man müsste allerdings ein Studio finden, das nicht nur hübsche Figuren zeichnen kann, sondern auch Penelopes innere Anspannung versteht. Die Geschichte würde nicht funktionieren, wenn man daraus lediglich eine glänzende Reverse-Harem-Romanze mit fünf attraktiven Männern und ein paar lustigen Spielmenüs macht.
Der entscheidende Punkt ist, dass Penelope praktisch permanent Angst hat.
Selbst in schönen Momenten rechnet sie mit der nächsten tödlichen Route. Ihre Berechnungen, ihr Misstrauen und ihre verzweifelten Versuche, Kontrolle zu behalten, müssten in einer Anime-Adaption spürbar bleiben.
Nach meiner Recherche existiert mit Stand 3. August 2026 leider noch keine belastbare offizielle Ankündigung einer Anime-Serie.
Es gibt Fanwünsche, Gerüchte und animierte Werbetrailer.
Aber noch keinen bestätigten Anime.
Was angesichts des Erfolgs eigentlich frech ist.
Mein Fazit nach neun Bänden
Penelope – Das Böse ist dem Tod geweiht erfindet weder den Isekai noch die Wiedergeburt als Bösewichtin völlig neu.
Die Reihe macht aber etwas Entscheidendes besser als viele ähnliche Geschichten:
Sie nimmt ihre Ausgangslage ernst.
Penelope ist nicht nur theoretisch in Gefahr. Ihre Entscheidungen können tatsächlich tödlich enden. Ihr Wissen über das Spiel hilft ihr, macht sie aber nicht allwissend. Sie kennt Routen und Ereignisse, versteht deshalb aber noch lange nicht die Menschen hinter den Figuren.
Vor allem wird sie nicht durch ein neues Leben plötzlich von ihrer Vergangenheit geheilt.
Sie bringt ihre Angst, ihre Verletzungen und ihr Misstrauen mit.
Dadurch ist sie nicht immer liebenswert.
Manchmal ist sie kalt.
Manchmal grausam.
Manchmal bewundernswert.
Und manchmal möchte ich sie wirklich nur kurz an die Wand stellen, ihr einen Tee geben und sagen:
Penelope. Das war gerade wieder eine richtige Scheißidee.
Trotzdem – oder gerade deshalb – wollte ich nach jedem Band wissen, wie es weitergeht.
Natürlich liegt das hauptsächlich an der spannenden Handlung, der psychologischen Tiefe und SUOLs wunderschönen Zeichnungen.
Die roten Haare haben damit fast überhaupt nichts zu tun.
Fast.
Kurzinfo
- Deutscher Titel: Penelope – Das Böse ist dem Tod geweiht
- Originaltitel: 악역의 엔딩은 죽음뿐
- Englischer Titel: Villains Are Destined to Die
- Herkunft: Südkorea
- Originalgeschichte: Gwon Gyeoeul
- Webtoon-Adaption und Zeichnungen: SUOL
- Genre: Romance Fantasy, Isekai, Villainess, Drama, Reverse Harem
- Originalformat: Webroman
- Deutscher Verlag: altraverse
- Deutscher Stand: neun Webtoon-Bände
- Meine gelesenen Bände: 1 bis 9
- Anime: bislang nicht offiziell angekündigt
Kaufen und offiziell lesen
- Penelope – Das Böse ist dem Tod geweiht, Band 1 bei Amazon
- Penelope – Das Böse ist dem Tod geweiht, Band 1 bei Thalia
- Übersicht der Reihe bei Thalia
- Offizielle deutsche Serienseite bei altraverse
- Penelope – Das Böse ist dem Tod geweiht offiziell bei Lezhin DE lesen
- Offizielle englische Webtoon-Fassung bei Tapas
- Koreanischer Webtoon bei KakaoPage
- Koreanischer Originalroman bei KakaoPage